Das Lichtwunder von Chanukka

Die neue Ausstellung im Museum Jüdischer Betsaal Horb beschäftigt sich mit der Bedeutung von Licht und Leuchtern im jüdischen Leben. 
 

Im Dezember, wenn Christen Weihnachten feiern, erinnern sich Juden in aller Welt an das Lichtwunder von Chanukka. Danach brannte nach dem Sieg der jüdischen Makkabäer über die syrischen Griechen im verwüsteten Tempel das Öl eines wiedergefundenes Krügleins acht Tage, das normalerweise nur für einen Tag ausgereicht hätte. Das Lichterfest Chanukka ist ein Fest in den dunklen Tagen, an dem man Kinder beschenkt und sich mit Spielen in der Familie erfreut.
 
Das Licht als Symbol des Lebens hat in fast allen Religionen grundlegende Bedeutung. Als Sinnbild für Erkenntnis, geistige Erleuchtung und Wahrheit und letztendlich für Gott „erscheint“ es immer wieder in der hebräischen Bibel. Wie die Stiftung Jüdischer Betsaal erklärt, wird schon in den ersten Versen der Tora geschildert, „wie Gott nach der Erschaffung von Himmel und Erde – der Materie – zunächst das Licht schlechthin erschaffen hat, durch das Tag und Nacht geschieden wurden, und zwar bevor die Gestirne Sonne, Mond und Sterne auftraten“. Nach der Tora „gab es also eine Urenergie – eine fast moderne
Auffassung der Entstehung des Universums nach heutigen physikalischen Erkenntnissen“.
 
Im täglichen Leben jüdischer Familien spielen Licht und Leuchter eine wichtige Rolle. Kein Schabbat sollte beginnen, ohne das die Frau des Hauses über den Schabbatkerzen den Segen gesprochen hat. Im Stiftszelt des alten Israel wurde ein siebenarmiger Leuchter mitgeführt. Ein siebenarmiger Leuchter stand auch im Zentrum des ersten und zweiten Tempels, bevor er von den Römern geraubt und im Triumphzug nach Rom entführt wurde.

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