Golla-KOMPOSITION im Hörfunk 

"Als würde ein Windchen über die Nadelspitze pfeifen": So ist die Ursendung überschrieben, die am 16. Januar 2018 um 23 Uhr auf hr2-kultur im Format "The Aritst's Corner" zu hören sein wird. Denn so resümiert die Klangkünstlerin Monika Golla (eine der ersten Künstlerhaus-Stipendiatinnen) die unzähligen Interviews mit Tinnitus-Betroffenen. Sie ließ sich den "kleinen Mann im Ohr" von Leidtragenden genau beschreiben, destillierte und realisierte anhand dieser Informationen etliche Einzelgeräusche und verwob sie zu dem für hr2-kultur komponierten Hörstück "Als würde ein Windchen über die Nadelspitze pfeifen" – ergänzt unter anderem um die Stimme von Elisabeth Kaiser (ebenfalls ehemalige Künstlerhaus-Bewohnerin). Auszug: ""Wie das Wummern eines Schiffsmotors ein heulender Wind das helle Glöckchen wie ein pfeifendes S die kreischende Bremse eines Schnellzugs sanftes Rauschen messerscharf wie eine Klinge so ein feines Piepen sch sch sch wie eine Turbine ganz weit weg in angenehmer Tonlage von nun an für immer fies bis zur Ohnmacht."



ERLEUCHTUNG IM MUSEUM BETSAAL

Dietl und MüllerSteffi Müller und Klaus Dietl, beide Stipendiaten im Künstlerhaus, haben am 12. Dezember im Museum Jüdischer Betsaal ihre jüngste Video-Installation vorgestellt: Die Bildsequenzen zum Lichterfest Chanukka sind am besten vom Abraham-Schweizer-Platz zu sehen. Die Präsentation ist im Rahmen der Ausstellung „Licht und Leuchter im jüdischen Leben“ entstanden, die bis zum 5. März 2018 jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr im ehemaligen Betsaal in Horb (Fürstabt-Gerbert-Straße 2, beim Ihlinger Tor) geöffnet ist. Die israelische Künstlerin Margarita Rozenberg hat bei der Veranstaltung am 12. Dezember über die Bedeutung von Chanukka gesprochen und die erste Kerze am Chanukka-Leuchter angezündet.      mehr >



Diskussion über "Funktion" der Künstler

Dass die Künstlerhaus-Stipendiaten mit eigenen Impulsen zum kommunalen und regionalen Kulturleben beitragen sollen – das ist ausdrücklich erwünscht und darüber sind sich alle Beteiligten einig. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins entspann sich allerdings eine rege Diskussion, wie weit dieser Anspruch reicht. Vorsitzender Josef Nadj und Vize Michael Zerhusen verwiesen auf eine Art „Werbeeffekt“ für die Stadt: Ihr Name werde mit international vernetzten Künstlern verbunden. Darüber hinaus seien die insgesamt neun Bewohner/innen, die seit Mai 2012 im Atelierhaus aktiv waren, mit diversen Projekten, Ausstellungen und Aktionen in Horb selbst präsent gewesen: etwa Monika Golla mit ihrem Medienkunstpreis, Christoph Mügge mit seiner Brunnen-Installation, Elisabeth Kaiser mit ihren Performance-Auftritten im Kakteengarten und Steffi Schöne mit ihren Fotoarbeiten im Rathaus. Nadj erklärte, dass dieses Engagement aus eigener Initiative entstehe und nicht „verordnet“ werden könne. Denn, so ergänzte Zerhusen, die Residenten seien in Horb zu Gast wie andernorts Stadtschreiber. Deshalb könne der Förderverein zwar Kontakte vermitteln und mögliche Aktionsfelder anbieten, nicht aber die Mitarbeit einfordern. „Das ist ein Förderverein, kein Forderverein“, brachte es ein Gast auf den Punkt. Zweites Thema von Bedeutung: Der Verein sieht sich gezwungen, den Beitrag anzuheben, mit dem die Bewohner (die mietfrei im Künstlerhaus leben) zu den Betriebskosten beitragen müssen. Damit soll der Abmangel – erstmals 2 400 Euro im Jahr 2016 – begrenzt werden.



Frauen haben „Zukunft im Blick“

"Die Zukunft im Blick" hatten die kommunalen Frauenlisten bei ihrem 29. Bundes-kongress vom 6. bis 8. Oktober im Horber Kloster. Auf dem Programm stand auch ein Besuch im Künstlerhaus. Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Michael Zerhusen, stellte das Haus, die Künstler/innen und die Konzeption für diese ehrenamtlich betriebene Einrichtung vor. Davon zeigten sich die Gäste „sehr beeindruckt“. Fast die Hälfte der insgesamt 60 Kongressteilnehmerinnen interessierten sich für das Künstlerhaus und insbesondere für dessen Zukunft („Wie finanzieren Sie denn den weiteren Betrieb?“). Kommunale Frauenlisten gibt es in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Sachsen, ihr Ziel ist es, den Frauenanteil in den Gemeindegremien zu erhöhen. Veranstaltet wurde das Treffen diesmal vom Freudenstädter Verein Frauen in den Kreistag sowie von den Frauenlisten Alpirsbach und Seewald.



Kunstverein kommt in die Jahre
 
Mit mehreren Ausstellungen, darunter eine Geburtstagsveranstaltung zum 70. Geburtstag von Norbert Stockhus im Sommer, feiert der Kunstverein Oberer Neckar im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Kunstvereine sind, historisch betrachtet, die ältesten Bürgerinitiativen in Deutschland. Der Horber Verein gehört – heute mit rund 120 Mitgliedern – unter den mehr als 300 Kunstvereinen der Bundesrepublik zu den jüngeren. Mit der Neugründung machten es sich im November 1993 knapp 40 Kulturfreunde zur Aufgabe, in Horb und der Region zeitgenössische Bildende Kunst zu präsentieren. Starthilfe für dieses Unterfangen leisteten seinerzeit (unter dem Titel „Kunst verein-t“) 20 Maler und Bildhauer aus eben dieser Region. Diese Aktion dokumentierte von vornherein die enge Verbindung zwischen heimischen Künstlerinnen und Künstlern und dem neuen Verein. Daran hat sich nichts geändert. Dem Verein ging und geht es nicht nur um „große Namen“ und etablierte Kunst. Er will zugleich den Kunstschaffenden aus der Region ein Forum bieten – nicht allein in der Kloster-Galerie (wo man seit 2001 zuhause ist). Auch im Jubiläumsjahr sind neue Ausstellungen in der Volks- und in der Raiffeisenbank geplant, außerdem ein Objekt-Wechsel in der Neckarstraße. 





. . .  U N D   A U S   D E M   A R C H I V



STÄDTEBAUFÖRDERUNG FÜRS KÜNSTLERHAUS

Installationskünstler Christoph Mügge Tag der Städtebauförderung: Christoph Mügge (links) zeigt Gästen seine aktuellen Arbeiten. vermittelte jetzt Besuchern aus Horb im Künstlerhaus einen Eindruck von seinen aktuellen Schaffensprozess. Mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Michael Zerhusen, hatte er die Gäste zuvor durch die Räume geführt, in denen seit drei Jahren Kunstschaffende leben und arbeiten können. Anlass war der "Tag der Städtebauförderung". Von diesem staatlichen Programm hat auch das Horber Atelierhaus profitiert: In den Umbau des ehemaligen Malz- und Gärkellergebäudes – für insgesamt 900 000 Euro – sind auch Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm (415 000 Euro) geflossen. 



PODIUMSDISKUSSION: Kunst interessiert EBEN DOCH

Zum Jubiläum: Podiumsdiskussion mit (von links) Bürgermeister Jan Zeitler, Kunsthistoriker Dr. Christoph Schneider, Moderator Michael Zerhusen, Professor Dr. Ludger Hünnekens und Bildhauer Josef Nadj.   Foto: Peter MorlokDer Schwarzwälder Bote entdeckte zwar die „üblichen Verdächtigen“ im Publikum und mutmaßte insofern, dass der Veranstaltungstitel „Kunst interessiert keine Sau“ zutreffend sein könnte. Tatsächlich aber zeigten sich die mehr als 30 Zuhörer/innen höchst interessiert, was Prof. Dr. Ludger Hünnekens aus Darmstadt, Dr. Christoph Schneider aus Freiburg, Horbs Bürgermeister Jan Zeitler und Bildhauer Josef Nadj zum Thema zu sagen hatten. Titelgeberin Dr. Sandra Danicke hatte wegen eines Unfalls kurzfristig absagen müssen, aber „Ersatzmann“ Schneider, Kunsthistoriker und Mitherausgeber des Kunstmagazins artline> (außerdem in der Jury des Horber Medienkunstpreises), äußerte sich nicht weniger kompetent. Gleiches galt für Zeitler und Nadj, die ebenfalls in die Bresche gesprungen waren, weil die angekündigten Podiums-Teilnehmer ausgefallen waren.  mehr >



Besuch aus Stuttgarter Ministerium

Bei einem zweistündigen Besuch"Kultur-Gipfel" mit (von links) Fördervereinschef Michael Zerhusen, Ministerialrätin Jutta Ulmer-Straub, Oberbürgermeister Peter Rosenberger, Kunstreferentin Olivia Franke, Vereinsvize Josef Nadj und den drei Kunstschaffenden Elisabeth Kaiser, Christoph Mügge und Monika Golla.    Bild: Kinsler im Horber Künstlerhaus versicherte Ministerialrätin Jutta Ulmer-Straub, dass sie diese Bürger-Initiative „mit großem Wohlwollen“ betrachte und im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen werde, sie zu unterstützen. Die Leiterin des Referats Museen und Bildende Kunst im Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zeigte sich, gemeinsam mit Referentin Olivia Franke, „sehr beeindruckt“ vom Horber Künstlerhaus, von der ehrenamtlichen Arbeit des Fördervereins und von den vielfältigen Aktivitäten der Kunstschaffenden, die derzeit dort wohnen. Bei einem Rundgang, an dem auch Oberbürgermeister Peter Rosenberger teilnahm, informierte sie sich über die Entstehung des Projekts und den aktuellen Stand. Fördervereinsvorsitzender Michael Zerhusen wies darauf hin, dass mit Ausstellungen und einzelnen Events, dem Künstlertreff „Rotes Sofa“ und dem Medienkunstpreis „genau das erreicht worden ist, was wir uns erhofft haben: dass die Künstlerhausbewohner dem Horber Kulturleben zusätzliche Impulse geben“. Ulmer-Straub und Franke erklärten, dass sie die Arbeit des Fördervereins und der Künstlerhausbewohner gerne unterstützen möchten.