"DrachenEi" unterstützt Junge Menschen

Mal ist es ein Junge, der vom knapp bemessenen Taschengeld vier Euro abzweigt, damit der Gitarre spielen kann. Dann wieder ist es ein Mädchen, das dank „DrachenEi“ schon seit sieben Jahren Klavierunterricht erhält.  

Der 15-Jährige, nennen wir ihn Omar, ist ein ernsthafter Junge. Seine Eltern hat er bei einem Bombenangriff während der Flucht aus einem Kriegsgebiet im Nahen Osten verloren. Aber wenn er die Gitarre zur Hand nimmt, die er hier geschenkt bekommen hat, erscheint ein Lächeln auf seinem Gesicht. Die Musik ist für ihn eine neue, eine rettende Welt. Deshalb steuert er von den 34 Euro Taschengeld, die er monatlich erhält, jeweils vier Euro bei, um Gitarrenunterricht nehmen zu können. Das ist viel Geld für ihn. Aber auch eine Frage der Ehre.

Für den Rest der Gebühr kommt, neben dem Vormund, die Initiative „DrachenEi“ auf, die schon seit 7 Jahren Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Freudenstadt fördert. Bewegende Geschichten wie von Omar sind für das Kuratorium, das über die Unterstützung entscheidet, so etwas wie „Alltag“. Tragische Lebensumstände auch in deutschen Familien: der Verlust des Arbeitsplatzes, Beziehungsprobleme, eine plötzliche Erkrankung. „Da ist man schnell ganz unten“, weiß Projektleiterin Gudrun Hörmann, Mitarbeiterin der Caritas Schwarzwald-Gäu. Sie recherchiert die Situation solcher Familien, bevor sie die Beschlussvorlagen den sieben Kuratoriumsmit­gliedern vorlegt, die Ja oder (sehr viel seltener) Nein zur Förderung sagen.

Zwar werden staatlicherseits durch das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket (BTB) Kinder aus Familien mit geringen Einkommen unterstützt. „Sie sollen“, heißt es, „nicht von Kultur, Sport und Freizeit, Mittagessen, Ausflügen und Klassenfahrten, Schülerfahrkosten und Lernförderung ausgeschlossen sein, nur weil das Geld nicht reicht.“ Mit einem Budget von 10 Euro monatlich kommen die Mädchen und Jungen allerdings nicht weit.

34,50 Euro kostet es, im Rahmen der Kooperation Musikschule-Grundschule erste Kenntnisse im Violinspiel zu erwerben, 56 Euro sind für den Flöten-Einzelunterricht zu bezahlen, 45 Euro für drei Reitstunden pro Monat. Würde das „DrachenEi“ nicht helfen, könnten viele Familien im Kreis Freudenstadt solche Angebote nicht in Anspruch nehmen, obwohl gerade deren Kinder auf die Förderung durch musische oder sportliche Aktivitäten besonders angewiesen sind.

So hat das „DrachenEi“, 2009 ins Leben gerufen, seither mehr als 300 Anträge geprüft, fast 200 Kinder unterstützt – viele über Jahre hinweg. Diese Nachhaltigkeit unterstreicht Kuratoriumsmitglied Peter Dombrowsky besonders. „Wir fördern die Kinder teilweise mehrere Jahre lang und tragen so dazu bei, dass sie unserer Gesellschaft ihren Platz finden“, sagt der frühere Landrat. Vor kurzem, beim 27. Treffen des Gremiums, gab es sogar ein besonderes „Wiedersehen“: Bereits in der ersten Kuratoriumssitzung im Frühjahr 2009 hatte eine alleinerziehende Mutter darum gebeten, die musikalische Früherziehung für ihre Tochter zu unterstützen – jetzt lag der siebte Folgeantrag für den Klavierunterricht vor.

Das Spendenkonto der Aktion „DrachenEi“:
IBAN: DE04601205000001789500, Bank für Sozialwirtschaft,
BIC: BFSWDE33STG,
Verwendungszweck: DrachenEi