SPONSORIN AUS DEN USA

Sie kamen bisher aus Berlin, Essen, Düsseldorf, Darmstadt und Karlsruhe: Kunstschaffende im Antonie-Leins-Künstlerhaus in Horb. Nach acht Jahren Vorarbeit hatte der Förderverein das Gebäude im Mai 2012 übergeben.

Fördervereinsvorsitzender Michael Zerhusen (links) übergibt zwei Originalzeichnungen von Anton Leins aus den Jahren 1884 und 1886 an die Gäste aus den USA, Charles und Heather Pratt. Ganz rechts Stefan Straub, ein Verwandter von Künstlerhaus-Namensgeberin Antonie Leins.  Foto: Andreas Ellinger„Ein Künstlerhaus zu gründen in einer Zeit, in der das öffentliche Interesse in Deutschland auf Fragen des Wirtschaftsstandortes, des Euro-Raums oder der Energieversorgung konzentriert ist, zeugt von Mut, Weit-sicht und kulturellem Verantwortungs-bewusstsein“, sagte Prof. Ludger Hünnekens (unter anderem Leiter des Museums Frieder Burda in Baden-Baden), der schon seit 2011 im Künstlerischen Beirat des Horber Projekts mitarbeitet. Wenn die Initiative auch noch von Privatleuten ausgehe, so der frühere Rektor der Stuttgarter Kunstakademie, „dann verdient das besonderen Respekt und nachhaltige Unterstützung“.

Das Interesse, im Horber Künstlerhaus zu arbeiten und zu wohnen, war von Anfang an groß. Bis Mitte März 2012 hatten sich beim Förderverein via Bewerbungsformular auf dieser Website 17 Kandidatinnen und Kandidaten gemeldet. Ergänzt durch zusätzliches Material, legte der Vorstand dem Künstlerischen Beirat schließlich sieben Anträge vor – „alle von Kunstschaffenden, die auf eine qualitätvolle Arbeit verweisen können“, wie der Vorsitzende Michael Zerhusen anmerkt. Das galt auch für weitere Bewerbungen im Jahr 2013, nachdem zwei Künstler (aus persönlichen Gründen) jeweils nur ein Jahr in Horb verbracht hatten.

Dass es dem Förderverein überhaupt gelungen ist, ein solches Projekt zu bewältigen, ist nicht nur dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Horb zu verdanken, die mit insgesamt 415 000 Euro beteiligt sind. Der Förderverein selbst leistet mit knapp 125 000 Euro ebenfalls einen ansehnlichen Beitrag, „und das zeigt“, so der Vorsitzende, „welche Bedeutung viele Bürger und Unternehmen unserem Kulturleben beimessen.“

Einen wesentlichen Anteil an den Baukosten von 900 000 Euro hat vor allem aber eine kulturinteressierte Amerikanerin, die einst von einem Kindermädchen aus Horb umsorgt wurde. 1986 hat Leslie Ann Pratt schon einmal etwas für das sogenannte Meintelsche Höfle in Horb gespendet. Dort war einst die Bildhauerschule Meintel zu finden, die später vom Berufskollegen Anton Leins aufgekauft wurde. Und dessen Tochter Antonie arbeitete in den USA als Kindermädchen und Hausdame. Diesmal sind es schier unglaubliche 360 000 Euro, die die Amerikanerin und ihre beiden Kinder, Charles und Heather Pratt, bereitstellen. Letztere sind 2012 eigens aus Illinois angereist, um an der Eröffnung des Künstlerhauses teilzunehmen.