Die Eröffnung

Die offizielle Eröffnung des Horber Antonie-Leins-Künstlerhauses hatte märchenhafte Züge. Der Fördervereins-Vorsitzende Michael Zerhusen und andere Redner hatten vielen Unterstützern zu danken – allen voran Leslie Ann Pratt aus den USA, die 360 000 Euro gespendet hat.

Klangkünstlerin Monika Golla brachte bei der Heather und Charles Pratt (rechts) tragen sich unter "Aufsicht" von OB Peter Rosenberger ins Goldene Buch der Stadt Horb ein.  Foto: Andreas Ellinger Eröffnungsfeier am 7. Mai 2012 zum Ausdruck, wie ungewöhnlich das Horber Projekt ist: „Was ich auf der Internet-Seite gefunden habe, das war unglaublich! Da gibt es eine kleine Stadt, die baut ein Künstlerhaus, um Künstlern etwas zu schenken.“ Sie schwärmte: „Ich habe hier vorgefunden, was die Internetseite versprochen hat.“ Oberbürgermeister Rosenberger verglich das Vorhaben mit einem Märchen, das wahr geworden ist: „Es war einmal eine Idee …“ Ein Existenzgründerzentrum für Unternehmer hätten viele Städte, „wir haben das jetzt im kulturellen Bereich". Man werde in einigen Jahren spüren, "wie sich das alles entwickelt“. Michael Zerhusen ergänzte: „Wir stehen erst am Anfang, aber es ist in vielfacher Hinsicht ein guter Anfang!“

Rosenbergers Vorgänger, der heutige Europaabgeordnete Michael Theurer, zeigte Parallelen zwischen dem „American Dream“ und dem „Horber Traum“ auf: Sie seien darauf aufgebaut, das Leben beziehungsweise Projekte selbst in die Hand zu nehmen – im Vertrauen darauf, dass sich Hilfe finde.

Leslie Ann Pratt schreibt in ihren Erinnerungen an ihr Horber Kindermädchen Antonie Leins: „Mir war es ein Anliegen, das Künstlerhaus in Horb zu fördern, zu Ehren Tonis, ihres Vaters und ihrer ganzen Familie" (siehe "Das Magazin"). Leslie Ann Pratts Tochter Heather und ihr Sohn Charles waren zu Einweihung des Antonie-Leins-Hauses aus den USA eingeflogen. Die Horber Auswandererin habe einen wichtigen Part in seiner Mutters Leben eingenommen, erzählte Charles Pratt – zunächst als Kindermädchen, später als eine Art Hausdame der Familie, die sie bis zur ihrer Rente geblieben ist. Michael Zerhusen überreichte den beiden Gästen Originalzeichnungen von Anton Leins. Sie zeigen eine Madonna aus dem Jahr 1884 und eine Rose aus dem Jahr 1886.

(aus: SÜDWEST PRESSE Neckar-Chronik, Autor: Andreas Ellinger)