Einst für Bier und EISEN

Das Gebäude Wintergasse 1, das heute am oberen Ende dieser Straße eine Art Querriegel bildet, hat eine lange Geschichte. 


Das einstige Malz- und Gärkellergebäude (roter Pfeil), direkt unter dem ehemaligen Franziskanerinnenkloster (gelber Pfeil) gelegen.Anstelle des Malz- und Gärkellergebäudes in der Wintergasse ist für rund 900 000 Euro das Antonie-Leins-Künstlerhaus mit Wohnungen und mit Gemeinschaftsräumen entstanden. An der Finanzierung waren das Land Baden-Württemberg, die Stadt Horb, eine Sponsorin aus den USA und – mit fast 130 000 Euro – viele Bürgerinnen und Bürger aus der Region beteiligt. Der Name des Künstlerhauses geht auf die Horberin Antonie Leins zurück (siehe dazu auch "Die Sponsorin").

Wo heute das Künstlerhaus steht, hat Johann Michael Geßler schon 1847 ein dreistockiges Brauhaus "an Stelle des vom Vater geerbten Klosterwaschhäusles" gebaut, in dem er bis dahin eine Seifensiederwerkstatt betrieben hatte. Und „hinter dem Bräuhaus ließ er später noch einen Anbau mit Malzkeller errichten", schreibt der Nachfahre und Lokalhistoriker Norbert Geßler in einer Veröffentlichung des örtlichen Kultur- und Museumsvereins („Horber Wirtschaften", 2002).

1888 ließ Robert Geßler „ein mehrstockiges Malz- und Gärkellergebäude an Stelle des alten errichten" (Norbert Geßler). Bis 1934 diente es als Sudhaus, später wurde es von einem Metzger genutzt, weshalb es der Volksmund "Schlachthaus" nannte, und eine Zeitlang von einem Schmied. Nach dem Abriss des eigentlichen Brau-hauses, den der Horber Gemeinderat 1985 verfügte, blieb das ehemalige Malz- und Gärkellergebäude übrig.

Postkarte aus dem Jahr 1897: das Vorgängergebäude (Pfeil) des Künstlerhauses mit Kloster und Stiftskirche