MIT "GROSSMUTTers Rock" in Horb

Sie ist an der Wolga aufgewachsen, lebt in Tel Aviv und installierte in Horb zum Laubhüttenfest ein drei Meter hohes Objekt, das an ihre Großmutter Asya erinnerte. Ein kurzes Porträt der Künstlerin Margarita Rozenberg.

„Für Horb ist meine Laubhütte Symbol, Margarita Rozenberg in Horb Anerkennung und Erinnerung mit Blick auf die Geschichte der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg, als die jüdische Gemeinde noch Teil der Stadt Horb war. Ich will mit diesem Projekt aber nicht nur die Vergangenheit würdigen, sondern auch in die Zukunft weisen: Ich bin Jüdin, ich ‚komme zurück‘ nach Horb.“
 
In der russischen Industriestadt Syzran geboren und aufgewachsen, lebt Margarita Rozenberg seit August 2012 in Tel Aviv („eine befreiende Erfahrung für mich“). Sie arbeitete als Straßenkünstlerin, Fotografin und Kuratorin, als Designerin und Kunstpädagogin im Bereich Comics. Rita, wie sie ihre Freunde nennen, war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt, Reisen führten sie in mehrere europäische Länder – und nach Börstingen.
 
Im „kunstort eleven artspace“ in der ehemaligen Werkrealschule – ein Künstlerhaus, das von Monika Golla und Frank Fierke betrieben wird – gehörte sie im Mai dieses Jahres zu den ersten Residenten. Dort fand sie auch zu einer neuen Bildsprache in botanischen Illustrationen: Sie konzentrierte sich auf Pflanzen, die hierzulande heimisch sind, und ließ dabei die mythischen und historischen Bedeutungen in ihre Zeichnungen einfließen. Auf der Grundlage eines Konzepts recherchiert sie präzise, bevor sie eine Arbeit komponiert, und das galt auch – inzwischen zum dritten Mal in Börstingen zu Gast – für das Laubhütten-Projekt am Horber Museum Jüdischer Betsaal.
 
Mit ihrer Installation ging sie nach eigener Aussage „zurück zu den Anfängen der Geschichte“.  Die Laubhütte hatte die „Form des Rockes meiner Großmutter“, und so nannte sie ihr Kunstwerk auch: Grandmother‘s skirt. „Ich bilde den Akt der Rückkehr in den familiären Schoß nach, in Großmutters inneres Selbst, zurück zu den Wurzeln auf der Suche nach Schutz und Identität. Es ist eine Hommage an jedermanns Großmutter, wie auch an meine. Sie spielte eine wichtige Rolle in meinem Leben, weil sie eine Tradition verkörpert hat, die ich selbst geerbt habe.“