POTENZIAL DER ABSTRAKTION

Die jüngste Residentin wurde unter insgesamt 15 Bewerbern einstimmig auf Platz 1 gewählt. Allen vier Kandidaten, die in die engere Wahl gekommen waren, hatte der Beirat des Fördervereins „eine ausnahmslos hervorragende Ausbildung“ attestiert. Prof. Ludger Hünnekens: „Die Lebensläufe, die Ausstellungsaktivitäten und die zurückliegenden und geplanten Projekte repräsentieren ein hohes Niveau.“ Die sieben Mitglieder des Gremiums haben unabhängig voneinander Steffi Schöne zur Favoritin erklärt.

Sie studierte von 2003 Eine Frage der Perspektive: Tischtennisschläger aus der Schöne-Serie "Bond Girls". bis 2005 Kunstgeschichte in Köln und Düsseldorf, danach, bis 2010, Bildhauerei und Multimedia bei Erwin Wurm an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Der Künstlerin dienen, wie sie sagt, „alltägliche Gegenstände, Strukturen und Gesten als Motive und Arbeitsmaterial“ – etwa wenn sie bunte Lollis auf Regalbrettern turnen lässt oder Tischtennis-Schläger in „idealisierender Schönheit“ ablichtet. Als sie 2011 in der Stuttgarter Edith-Wahlandt-Galerie ausstellt, hat sie zufällig aufgespürte Konferenzstühle zu Fotomodellen erkoren und die Motive der ineinander gestapelten Sitzflächen samt ihrer verkanteten Metallgestelle und schwarzen, drehbaren Tischflächen digital weiterbearbeitet.

Nach eigener Aussage geht es Schöne „nicht um die getreue Abbildung oder Dokumentation realer Situationen, sondern um das Potenzial der Abstraktion“. Deshalb, so die Kuratorin der Kunststiftung Erich Hauser, Dr. Heiderose Langer, „rücken die allgemein üblichen Funktionen des Fotos in den Hintergrund und öffnen den Blick für die Beziehung der Dinge, für Raum, der sich konstituiert, für Rhythmus, Ordnung und Bewegung“.           

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