SCHEINBAR BELANGLOSES

Monika Golla scherzt gerne: "Man muss schon sehr genau wissen, was man will, um in Horb nicht herb zu werden, also zieht euch warm an für die Wintergasse! Aber Vorsicht – hier angekommen, kann es sein, dass man nie wieder weg will.“ Bevor sie im Mai 2015 Horb nach drei Jahren Horb den Rücken kehren musste, hatte sie noch den Marktplatz-Weihnachtsbaum  in eine Klanginstallation verwandelt. Und davor war sie mit den Abschlussveranstaltungen für den Medienkunstpreis beschäftigt gewesen, den sie in Zusammenarbeit mit der Stadt Horb und dem Förderverein Künstlerhaus ins Leben gerufen hatte. Ihrer Initiative war auch das "rote Sofa" im Atelier des Künstlerhauses zu verdanken, "Treffpunkt für Künstler, Kunstinteressierte und andere, für die Kultur lebensnotwendig ist". 

golla-heyduck-installation Schwerpunkte ihrer eigenen stets raum- oder ortsbezogenen Projekte sind Klanginstallationen und Soundperformances neben Fotografie und Video. Golla ist spezialisiert auf das Finden von Formsprachen, die durch Alltag getarnt nicht mehr bewusst wahrgenommen werden. Zu ihrem Interesse gehört daher oft scheinbar Belangloses, das Golla im direkten Umfeld vorfindet. Interdisziplinäre Kooperationen sind dabei ein wichtiger Bestandteil ihrer Vorgehensweise. Unspektakuläre Phänomene und vermeintlich belanglose „Randerscheinungen“ wecken ihr Interesse. Mal sind es Rettungswesten, mal Ölkännchen und Lautsprecher, dann wieder Strumpfhosen, Plastikeimer oder Wasserkocher. Sie will „gängige Wahrheitsbegriffe“ in Frage stellen.

In Bytom (Polen) geboren, hat Golla Kunstgeschichte und -pädagogik in Frankfurt studiert, dann Visuelle Kommunikation und Freie Fotografie in Offenbach. Stipendien der Universitätsstiftung Augsburg und der Association of Icelandic Visual Artists in Reykjavik folgten. Seit 1996 zeigt sie ihre Arbeiten bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, entwickelt und realisiert Raumkonzepte, Projekt- und Ausstellungskonzeptionen und war nicht zuletzt als Kuratorin tätig.

Monika Golla kooperierte auch in Horb oft mit anderen Künstlern, Heyduck, Golla und der Blockflötist Johannes Fischer in Horb zeitweise oder auch regelmäßig: so etwa mit dem Bildenden Künstler, Musiker und Komponisten Nikolaus Heyduck, mit dem sie bereits seit 2007 eine konstante Zusammenarbeit in Klang- und Medienkunst verbindet. Golla und Heyduck wurden 2010 für den Deutschen Klangkunstpreis nominiert. Das Bild rechts zeigt die beiden mit dem Blockflötisten Johannes Fischer vor dem Künstlerhaus in Horb.

Siehe auch: www.monikagolla.de


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